Aus meiner Erfahrung lassen sich fünf Phasen unterscheiden. Sie greifen ineinander, gehen fließend ineinander über - und jede einzelne verdient Aufmerksamkeit.
1. Die Loslösephase
Sie beginnt mit dem ersten Gedanken an die Nachfolge. Sie kann mehrere Monate, manchmal sogar Jahre umfassen.
Sowohl die Stimme im eigenen Kopf als auch Stimmen von außen lassen den Prozess reifen. Irgendwann kommt der Moment, in dem es Klick macht: Der Wille ist da. Gesundheit oder Vernunft stoßen die nächste Phase an.
2. Die Gesprächsphase
Bevor Aktionismus gestartet wird, ist es wichtig, die richtigen Gespräche zu führen - mit dem zukünftigen Übernehmer, den Angehörigen, den Mitarbeitenden. Je früher die Gesprächsphase beginnt, umso besser.
Hier kommen alle Beteiligten an einen Tisch und die Themen auf den Tisch. In den Gesprächen werden die Wünsche der Einzelnen gehört und diskutiert. Sie werden festgehalten, um später in den Prozess integriert zu werden.
Während dieser Phase sollte auch schon der Unternehmenswert feststehen, damit die Nachfolge nicht an einem zu hohen Kaufpreis oder einem falsch ermittelten Erbschaftsteuerwert scheitert. Am Ende dieser Phase steht der Nachfolger oder die Nachfolgerin fest.
3. Die Strategiephase
Gemeinsam wird die Strategie der Unternehmensübergabe entwickelt - mit einem konkreten Zeitablauf. Die zuvor festgehaltenen Wünsche werden integriert.
Die Strategiephase endet in einer gemeinsamen schriftlichen Absichtserklärung. Diese beinhaltet auch, das Unternehmen, soweit erforderlich, zukunftssicher zu machen.
4. Die Umsetzungsphase
Jetzt beginnt das Gespräch mit Steuerberatern, Rechtsanwälten und Unternehmensberatern. Spätestens jetzt sollte ein Unternehmenswert ermittelt und daraus der Kaufpreis abgeleitet werden.
Verträge werden vorbereitet, steuerliche Auswirkungen ermittelt, endgültige Verträge geschlossen.
5. Die Rückzugsphase - die Phase „danach“
Diese Phase wird immer wieder unterschätzt. Wer ein Lebenswerk geschaffen hat und immer das Sagen hatte, kann nicht von heute auf morgen auf „Rentner“ umswitchen.
Eine zeitlich begrenzte beratende Tätigkeit im übergebenen Betrieb ist wünschenswert. Sinnstiftende Aufgaben und neue Hobbies sollten spätestens in dieser Phase gefunden werden. Kreuzworträtsel und Hausputz werden eine ehemalige Unternehmerin oder einen ehemaligen Unternehmer nicht ausfüllen - und führen über kurz oder lang zu Konflikten.
Wo ich Sie begleite
Als neutraler Moderator begleite ich vor allem die Gesprächs- und Strategiephase - bis hin zur gemeinsamen Absichtserklärung. Schon davor, in der Loslösephase, kann ein erstes Gespräch helfen, Ordnung in die eigenen Gedanken zu bringen. Die Umsetzungsphase übernehmen Ihre Steuerberater, Rechtsanwälte und Unternehmensberater.
Hinweis: Ich bin neutraler Moderator und biete keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für die Umsetzungsphase mit Verträgen, Bewertungen und steuerlichen Fragen ziehen Sie bitte Ihre Steuerberater und Rechtsanwälte hinzu.